40. Biberacher Filmfestspiele

30. Oktober bis 4. November 2018

Adrian Kutter sagt seinen Filmfestspielen Adieu

 

Zum Abschluss der Preisverleihung bei den diesjährigen 40. Biberacher Filmfest-spielen gab Adrian Kutter seinen Abschied von den Biberacher Filmfestspielen bekannt.

 

Adrian Kutter hatte den Vorstand der Biberacher Filmfestspiele e.V. bereits im vergangenen März über sein Vorhaben informiert. Für diese rechtzeitige Information ist der Vorstand Adrian Kutter dankbar. Seine Entscheidung nehmen wir mit größter Dankbarkeit und Respekt an.

 

Der Vorstand ist sich einig, das Alleinstellungsmerkmal der Biberacher Filmfestspiele, als reines Publikumsfestival, nicht verändern zu wollen. Es soll weiterhin ein „Familientreffen“ für Filmschaffende und Filmfreunde bleiben.

 

Die Intendanz ist für die Durchführung und den Erfolg der Filmfestspiele von entscheidender Bedeutung. Denn die Intendanz verantwortet die Filmauswahl und lädt die zugehörenden Filmschaffenden sowie die Jurymitglieder ein. Zudem ist die Intendanz verantwortlich für Kontakte in die gesamte Filmbranche. 

 

Daher ist eine hohe Vertrauensebene zwischen Intendanz und dem  Vorstand notwendig. Dies sah der Vorstand im Falle der Bestellung einer dem Vorstand unbekannten Person mit Bedenken an.

 

Auf Grund ihrer bisherigen Mitarbeit bei den Filmfestspielen entstand die Idee mit Helga Reichert über eine mögliche Übernahme der Intendanz zu sprechen. Helga Reichert, die Ehefrau von Adrian Kutter, begleitet die Biberacher Filmfestspiele seit fast zehn Jahren im Hintergrund. Zudem ist sie seit einigen Jahren bei den Filmfestspielen auch öffentlich als Filmmoderatorin aktiv. 

 

Helga Reichert konnte mit Ihren Gedanken und Zielen zur Weiterentwicklung der kommenden Filmfestspiele den Vorstand überzeugen. Nach einem intensiven Diskussionsprozess  bot ihr der Vorstand die Stelle der Intendanz an. 

 

Für Anfragen und wichtige Kontakte aus bzw. in die Filmwelt, sowie dem Besuch von bereits Anfang des Jahres stattfindenden Filmfestivals ist eine besetzte Stelle der Intendanz die Voraussetzung für einen reibungslosen Übergang zum  Erhalt der Filmfestspiele.

 

Adrian Kutter ist als Intendant ein gewähltes Vorstandsmitglied. Entsprechend der Satzung wird der Vorstand deshalb, nach einem erfolgten Rücktritt von Adrian Kutter vom Vorstandsposten „Intendanz“, Helga Reichert als kommissarische Vertreterin bis zur nächsten Mitgliederversammlung auf diesen Posten berufen.

 

Um diese neue Entwicklung zu erläutern und darzustellen soll es im Januar 2019 eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben.

 

Der Vorstand ist sich sicher, mit Helga Reichert die erfolgreichen Biberacher Filmfestspiele im Sinne der Vereinsziele, des Publikums und aller Beteiligten gut weiter entwickeln zu können.

 

Freuen wir uns also schon jetzt auf die 41. Biberacher Filmfestspiele.

Die 40. Biberacher Filmfestspiele brachten mehr Preise als je zuvor!

 

Das Jubiläum der Biberacher Filmfestspiele hat erneut einen Zuschauerrekord gebracht: ca. 16.000 Besucher kamen an den fünf Festivaltagen in den Traumpalast und die Stadthalle – ungefähr 1.000 mehr als im Vorjahr. Der krönende Abschluss ist die Verleihung der in diesem Jahr erstmals insgesamt zehn Preise bei der Preisverleihung am Sonntagabend um 19 Uhr in der Stadthalle Biberach.

 

Da kein Film zwei Preise gewonnen hat, gibt es auch mehr Preisträger denn je, von denen alle anwesend sein werden:

 

Die Publikumsjury verleiht ihren Biber dem Regisseur Philipp Hirsch und seinem Debüt-Spielfilm “Raus”, welches sie als “intensives Spiel der jungen Talente” bezeichnen. Die Jury zeigt sich besonders beeindruckt von der außergewöhnlichen Geschichte, deren spezieller Bildsprache und von den authentischen Charakteren. In dem Film geht es um eine Gruppe Jugendlicher, die eine Reise von der urbanen Virtulität in die idyllische Realität antreten.

 

Der Schülerjury hat der Film “Sarah spielt einen Werwolf” von Katharina Wyss am besten gefallen. Die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin und die konsequente Entwicklung ihrer Figur haben bei den Schülern einen derart bleibenden Eindruck hinterlasen, dass Sie den Film zum Gewinner ernannt haben.

 

In unserer neuen variablen Kategorie wurde in diesem Jahr das beste Drehbuch gekührt. Für die Drehbuchjury, bestehend aus Sabine Bachthaler, Robert Buchschwenter und Peter Zenk, überzeugte vor allem “Haltung, Originalität und Handwerk”. „Zerschlag mein Herz von Alexandra Makarova, erfüllt all diese Kriterien und hat uns darüber hinaus mitten ins Herz getroffen”, so die Jury.

 

Der Kurzfilmbiber geht an “Der Besuch” von Christian Werner. Der knpp 15-Minütige Film “ist gespickt mit vielen Gelegenheiten, in ein sentimentales Rührstück abzurutschen. Aber es gelingt dem Filmemacher, diese Untiefen meisterhaft zu umschiffen”. So die Aussage der begeisterten Jury. Wie jedes Jahr, wird der Film in voller Länge bei der Preisverleihung gezeigt.

 

Im Wettbewerb um den besten mittellangen Spielfilm, konnte sich der Film “Proxima-B” von Stefan Bürkner gegen seine Konkurrenz durchsetzen. Besonders beeindruckend fand die Jury die Leistung des Teams im Hinblick auf das knappe Budget. Daher mutmaßt die dreiköpfige Jury: “Ähnlich ökonomisch und effektiv hat einst auch der Schwabe Roland Emmerich seinen ersten Sciencefiction Filme gebastelt. Vielleicht haben sich in Biberach, bei diesem Festival, seine Nachfolger vorgestellt”.

 

Als die beste Dokumentation zeichnet die Jury „Scala Adieu – von Windeln verweht” von Douglas Wolfsperger aus. In der Dokumentation geht es um ein Arthouse Kino, das einem Drogeriemarkt weichen soll. Douglas Wolfspergers Film machte  letztendlich das Rennen mit seiner witzigen und frechen Art. Doch die Entscheidung fiel in dieser Kategorie offenbar schwer: Eine Lobende Erwähnung in Form einer Urkunde bekommt der Film “Serenade für Fanny” von Monique Marmodée mit der Begründung: “Das Porträt einer Großmutter und ihrer Enkelin versteht es grandios über 85 Minuten zu unterhalten und den Zuschauer mit einem Gedankenanstoß über das Frauenbild von früher und heute nach Hause zu schicken“.

 

Den Preis für den besten Debüt Spielfim bekommt Felix Hassenfratz für sein packendes und tief berührendes Familiendrama „Verlorene”. DerFilm behandelt das oft tabuisierte Thema des sexuellen Missbrauchs in der Familie und gefiel besonders wegen der vielschichtigen Figuren und der hervorragenden Filmmusik.

 

Den Biber für den besten Fernsehfilm bekommt wie auch 2017 der Eröffnungsfilm. “Bist du glücklich?” unter der Regie von Max Zähle hat die Jury begeistert: “Ein berührend, leiser Film, der in unserer lauten Zeit viel zu selten in dieser wahrhaftigen Form gewagt wird und der lange nachwirkt”.

 

Als bester Spielfilm des Festivals wurde der Film “Once Again” von Regisseur Kanwal Sethi ausgezeichnet. Er bekommt den Goldenen Biber und damit den mit 8.000 Euro höchstdotierten Preis des Festivals. ONCE AGAIN ist die Liebesgeschichte des alternden Filmstars Amar (65) und seiner Köchin Tara (54) vor den Kulissen der Großstadt Mumbai. 

 

Ein weiterer Preisträger stand schon vor Beginn des Festivals fest: Werner Herzog bekommt für seine Verdienste um den Film und die Biberacher Filmfestspiele den Ehrenbiber verliehen.

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