Begründung der Jury

Mitglieder der Spielfilm-Jury:

Marc Bauder,
Rudi Gaul,
Carolin Otto,
Eckhard Preuß,
Walter Sittler

Begründung der Jury
Ein 10-jähriger Junge korrigiert mit seiner Lehrerin einen Aufsatz über Freundschaft. Eigennamen schreibt man groß. Er ist der einzige Schüler in der Schule. Als der Unterricht vorbei ist, steigt er  ganz selbstverständlich in ein gepanzertes KFOR-Fahrzeug, das ihn nach Hause zu bringt, in eine winzige serbisch-christliche Enklave, inmitten einer muslimischen Mehrheit. Und schon sind wir mitten drin in einer Welt, kaum eine Flugstunde von uns entfernt und doch schon fast vergessen. Kinder, die versuchen irgendwie Freundschaft und Unbeschwertheit zwischen Ruinen zu leben – und doch nicht so einfach dem zerstörerischen Kreislauf aus Rache und Sprachlosigkeit entfliehen können. Erwachsene, die selbst angesichts ihrer eigenen verletzten Kinder die Unfähigkeit zu sprechen nicht überwinden können und deren unterschwellige Aggression die verzweifelte Sehnsucht nach einem normalen Leben übertönt. Das alles wird aus der Perspektive von Kindern erzählt, die der einzige Hoffnungsschimmer für die Zukunft zu sein scheinen. In so einfachen wie eindringlichen Bildern und Dialogen, die niemanden gleichgültig lassen können und den Blick auf das Wesentliche freistellen: auf die Kraft und Notwendigkeit von Empathie, Liebe und Großzügigkeit – in einer Welt, in der Heimat keine Selbstverständlichkeit, sondern oft nur noch ein Sehnsuchtsort ist.

Biberach 6. November 2016

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